Die Strasse

Sieben historische Bauwerke, dazwischen Grünflächen und großzügig gestaltete Wege – all das umfasst die Straße der Inklusion, die in den kommenden Jahren immer mehr Form annehmen wird. Das Verhältnis zu Menschen mit Behinderung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wird hier sicht- und erlebbar.

Die im Nachfolgenden vorgestellten Gebäude werden nach und nach und mit größter Vorsicht saniert, um deren ursprünglichen Charakter wieder nach außen zu tragen und mit neuen, inklusiven Elementen zu verbinden. Die virtuelle Karte links führt ausgehend von der St. Nicolaus Kirche über das Stiftungsgelände in Alsterdorf.

Kirche St. Nicolaus

Die Kirche St. Nicolaus wurde 1888 erbaut und bildet heute den historischen Kern der Stiftung. 1938 wurde im Zuge des Nationalsozialismus ein – bis heute höchst problematisches – Wandbild über dem Altar angebracht, das in keiner Weise die Werte Sengelmanns und die der Stiftung widerspiegelt. Aus diesem Grund wurde das Bild aus der Kirche entfernt und wird jetzt zentraler Teil eines Lern- und Gedenkortes an der Kirche.

Haus Schönbrunn

Hier nahm alles seinen Anfang: 1863 entstand das kleine Fachwerkhaus, welches Heinrich Matthias Sengelmann zusammen mit drei Jugendlichen „Pfleglingen“ bewohnte. Mit der Einweihung des Hauses entschied sich der Pastor zur Gründung der „Alsterdorfer Anstalten“ – die Geburtsstunde der heutigen Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Bis 1988 wurde das Gebäude vorwiegend als Wohnhaus genutzt. Seit einer Sanierung im Jahre 2005 ist das Haus Sitz des Kirchenbüros und des Bereichs „Diakonische Profilentwicklung“.

Alte Verwaltung

Das erste Verwaltungsgebäude des Stiftungsgeländes wurde 1902 an der Sengelmannstraße erbaut und diente bis 1925 zur öffentlichen Verwaltung der „Alsterdorfer Anstalten“. Danach bewohnte vor allem Verwaltungspersonal der Anstalten die Alte Verwaltung. Im Jahre 1987 wurde das Backsteingebäude kernsaniert und ist seitdem ein Wohnhaus für Menschen mit und ohne Assistenzbedarf.

Michelfelder Haus

Das Haus am Alsterdorfer Markt 7 wurde 1898 im Stil eines Sanatoriums erbaut und bereits elf Jahre später um ein Stockwerk erweitert. Ein erneuter Ausbau 1956 ermöglichte die Unterbringung und Versorgung von über 100 Mädchen und Jungen. In den vergangenen Jahrzehnten gab es verschiedene Wechsel im Hinblick auf die Nutzung des Gebäudes. In naher Zukunft entstehen hier Schulungs-, Beratungs- und Ausstellungsräume – in der Trägerschaft des Vereins „Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen e.V.

Volkmar-Herntrich-Haus

Von der Hausnummer 7 geht es weiter in Richtung Hausnummer 16 zum Volkmar-Herntrich-Haus. Das weiß verputzte Haus wurde 1878 für Kaiser Wilhelm I. erbaut und vorerst als Gemeinschafts- und Versammlungsstätte genutzt. Von 1883 bis 1914 befand sich darin die Anstaltsschule. Dass der Zweite Weltkrieg hier einmal deutliche Spuren hinterließ, sieht man dem Gebäude heute nicht mehr an. Seinen Namen verdankt es dem ehemaligen Anstaltsdirektor und Hamburger Landesbischof Volkmar Herntrich.

Studienhaus

Gegenüber der St. Nicolaus Kirche, am Alsterdorfer Markt 13, befindet sich der ehemalige Turn- und Versammlungssaal. Das Gebäude aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts wurde im Zweiten Weltkrieg ebenfalls fast vollständig zerstört. Die Nutzung seit dessen Wiederaufbau im Jahr 1949 war vielseitig. Heute werden hier die Oberstufenschüler*innen der Bugenhagenschule unterrichtet, es gibt mehrere Büros und einen Jugendfreizeittreff.

Kulturküche

Sie ist das Herz der Stiftung: Die Kulturküche mitten auf dem Marktplatz zeichnet sich durch ihren charakteristischen Wasserturm aus und diente den „Alsterdorfer Anstalten“ seit ihrem Bau im Jahre 1912 als Küche und Warenlager. Heute ist sie ein Ort der Begegnung und Zusammenkunft.